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Vocalensemble Vocatello gastiert unter dem Motto „Schöne Bescherung“ in der voll besetzten Augustinerkirche Landau – Rundum gelungenes Weihnachtskonzert

„Ich bin sprachlos.“ Sichtlich bewegt blickte sich Patrick Himpel, musikalischer Leiter des Landauer A-Capella-Ensembles Vocatello, am Samstagabend in der Augustinerkirche Landau um. Die war voll besetzt bis in die letzte Bank und auf den letzten Stuhl, der aus dem Chorraum geholt worden war. Getreu dem Vocatello-Motto sollte der Abend „alles außer gewöhnlich“ werden. Da passte es, dass das Publikum dabei im wahrsten Sinne des Wortes tonangebend war, denn die Vocatellos hatten zu Beginn an die Besucher Geschenke verteilt. Darin befanden sich Zettel mit je einem Programmtitel. Nach und nach durfte das Publikum nun diese Präsente auspacken und somit die Liedabfolge des Abends bestimmen. Dazu gehörten traditionelle Weihnachtslieder wie „Maria durch ein Dornwald ging“, „Oh, Tannenbaum“ und „Es ist ein Ros' entsprungen“ und Weihnachtsgrüße aus Amerika wie „Rockin' around the Christmas Tree“, „A Holly Jolly Christmas“ und „The Christmas Song“. Zu den Höhepunkten des Abends zählten die sanft verjazzte „Stille Nacht“, „Leise rieselt der Schnee“, dessen dem Streicher-Pizzicato nachempfundene Begleitstimme den Schneeflockenflug hörbar machte und „God Rest Ye Merry, Gentlemen“. Während des britischen Weihnachtslieds spannten die acht Sängerinnen und Sänger gekonnt einen Spannungsbogen bis sich zum Schluss die reibungsreichen Harmonien in Wohlgefallen auflösten. Das Laienensemble Vocatello begeisterte mit sauberer Intonation und einem ausgewogenen Gesamtklang – selbst wenn die Hauptmelodie im schnellen Wechsel durch die Stimmen wanderte und die Sänger unmittelbar vom Forte ins Piano wechseln musste und umgekehrt. Mit scheinbar spielender Leichtigkeit verflochten sich die Stimmen, fanden wieder auseinander und zogen sich in den Hintergrund zurück, damit die Hauptstimme strahlen konnte. Für Laien eine bemerkenswerte Leistung – umso mehr, da jede Darbietung mit einer kleinen Choreografie versehen worden war, die mit ansteckender Freude ausgeführt wurde. Bei „Santa Baby“ posierten beispielsweise Sanna Schneider und Miriam Ludwig (Sopran) mit Federboa geschmückt neckisch auf einem Hocker und träumten lasziv von Geschenken von Tiffany's und Co. Währenddessen mimte das restliche Ensemble die Band – einschließlich imaginärem Kontrabass und Schlagzeug. Generell schien Humor ein wichtiges Element im Vocatello-Repertoire zu sein. Viele kleine Showeinlagen, etwa mit der magischen Stimmgabel, die Kerzen und ganze Weihnachtsbäume entzünden konnte, sorgten trotz festlichem Gesang für ausgelassene Stimmung. Mit individuellen Moderationen wurden die „Lied-Präsente“ angekündigt. Hier zeigte jedes Ensemblemitglied seinen eigenen Stil: Der eine rezitierte Liedpassagen, der andere ließ ein weihnachtliches Stimmungsbild vor den Augen der Zuhörer entstehen, und der nächste gab Einblick in seine ganz persönlichen Weihnachtsempfindungen. Schauspiel, Gesang und ein bisschen Slapstick – der stimmige Abend endete mit dem musikalischen Traum von „White Christmas“, in den Vocatello noch einmal Süße, Schmelz und Sehnsucht amerikanischer Weihnachtslieder packte. Nach einigen Sekunden ergriffenen Schweigens bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen für die „schöne Bescherung“.
(ncm) Die Rheinpfalz, 06.12.2011

 

Ein eingespieltes Team

[...] Kleine szenische Darbietungen ließen erahnen, dass den Zuhörer nicht nur Musikalisches erwartete. Immer wieder lockerten die „Vocatellos“ ihr Programm mit kleinen Anekdoten auf. So präsentierte das Ensemble nicht nur einen Querschnitt durch sein Repertoire, sondern stellte sich selbst humorvoll vor und bewies dabei schauspielerisches Talent. Altistin Stefanie Konter erwies sich bei ihrem Solo in „Manhã de Carnaval“ als feurig-offensive Eurydike und Michael Konter gedachte in Bonos „Martin Luther King“ eindrucksvoll dem Menschenrechtler. Wie selbstvergessen sangen sie eine Ballade im österreichischen Dialekt und waren dank ausgezeichneter, klarer Artikulation doch verständlich. Ebenso rein wie die Artikulation war die Intonation des Ensembles, was vor allem im Jazz-Block vonnöten war. Dort stimmte „Vocatello“ das irisch angehauchte „The Salley Gardens“ und das harmonisch sehr anspruchsvolle „A Nightingale sang in Berkeley Square“ an. Bei einer ganz eigenen Fassung des melancholischen Beatles-Klassikers „Michelle“ zeigte sich das Ensemble als eingespieltes Team. Übergangslos wanderte die Hauptmelodie durch die bis zu sechs verschiedenen Stimmen, ohne je unterzugehen. Im ausgefeilten Miteinander kannte jeder seinen Platz, nahm sich zurück oder trat selbstbewusst heraus und trug seinen Teil zum anmutigen Gesamtklang bei. Neben dem schwierigen Jazz-Block und den melancholischen Sehnsuchtsliedern war auch der Lateinamerikanische Konzertteil durchweg a-cappella gehalten, was keineswegs stoisches Rumstehen bedeutete, sondern viel Platz für tänzerische Einlagen und Action auf der Bühne ließ. Es war ein abwechslungsreiches Konzert auf hohem Niveau, das das Publikum begeisterte. (Die Rheinpfalz)

 

 

 

Das [...] Ensemble Vocatello kredenzte choristische Leckerbissen, wie „Vem kan segla“, „Michelle“ oder „As tears go by“. Diese trafen bei dem Publikum ins Schwarze. [...] Das i-Tüpfelchen setzten die Sängerinnen und Sänger [...] mit „A nightingale sang in Berkeley square“. Mit lautstarkem Beifall belohnte das Publikum die ausgeprägte Dynamik des Stücks „Weit, weit weg“. 
(Die Rheinpfalz)

 

 

Experimentierfreude und Neugierde

Reportage: Das junge Ensemble Vocatello aus Landau bei der Arbeit beobachtet - Eine Gruppe mit einem breit gestreuten Repertoire

Von Nicole C. Merz


„Claudia ist unser Joker! Claudia, ab in den Alt bitte!" Stühle rücken, das junge Ensemble Vocatello formiert sich neu. Flexibilität sind die neun Sängerinnen und Sänger zwischen 22 und 31 Jahren unter der Leitung von Patrick Himpel mittlerweile gewohnt. Seit eineinhalb Jahren proben sie gemeinsam in Landau und haben sich auf ihre musikalische Mischform eingestellt: Zu klein für einen richtigen Chor, zu groß für eine klassische A-Cappella-Formation, aber genau richtig für Gesang auf hohem Niveau.


Experimentierfreude und Neugierde standen am Anfang der Vocatellogründung. Die Mitglieder kannten sich bereits zuvor aus größeren Formationen und hatten sich zusammengefunden, um sich der Herausforderung einer kleineren Besetzung zu stellen. Einschränkungen in der Repertoireauswahl bedeutete das keineswegs. Ihre Bandbreite reicht heute vom Mit-Sing-Schlager „Liebeskummer lohnt sich nicht" über Folklore aus Schweden, Afrika und Amerika bis hin zu ehrwürdiger Klassik und anspruchsvollem Jazz wie zum Beispiel „A Nightingale sang in Berkley Square". Allerdings ist nicht jeder dabei in seiner gewohnten Stimme geblieben. Himpel hat kräftig umgestellt. „Am Anfang haben alle immer gesagt: Mit Vocatello hast du keine Arbeit. Die können da ja alle schon singen". Die Schwierigkeit war auch eher, dass aus den Anwesenden eine Gruppe mit dem bestmöglichen Gesamtklang werden sollte. Die Stimmen müssen ausgewogen sein und im Verhältnis zueinander stehen. Es bringt ja nichts, wenn man zum Beispiel nur den Sopran heraushört und die anderen singen auf verlorenem Posten", meint Himpel rückblickend. Eine Besonderheit von Vocatello ist, dass Himpel nicht nur musikalischer Leiter, Arrangeur und Dirigent ist, sondern ebenfalls als Sänger im Bass mitwirkt.


Bereits vor Vocatello hat der Anfang 30-jährige Realschullehrer für Mathematik und Musik seit gut 15 Jahren Chöre geleitet. Mit Vocatello betrat er aber ebenfalls musikalisches Neuland. „Es ist doch mehr Ensemble- als Chorarbeit." Hier wird mehr gefeilt und mehr ins Detail gegangen. Das ist auch unbedingt nötig, denn ein unsauberer Ton verschwindet hier nicht in der Masse. Deswegen achtet Himpel bereits beim Einsingen genau auf die Intonation seiner Sänger, während sie chromatische Tonleitern und schräge Jazzakkorde von Quartsept bis Dur-None singen. Häufig lässt er die Formation auch a cappella singen, damit sie die Harmonien besser hören können und unabhängig von der Klavierbegleitung sind. „Am Anfang war das ganz schön schwierig, aber wir sind dadurch wesentlich tonsicherer geworden", resümiert Bassist Peter Heidweiler. „Man lernt, viel bewusster auf einander zu hören und sich zu ergänzen", fügt die Mezzosopranistin Claudia Wingerter an. Außerdem habe sich die Fähigkeit vom Blatt zu singen bei den Sängern stark verbessert, merkt Himpel an. Wie Zahnräder greifen die Stimmen ineinander. Aber nicht nur die Töne müssen stimmen. Sie müssen auch ausdrücken, was der Text transportiert. „Ich will ein inbrünstiges D von euch", fordert Himpel. Und dann wieder: „Okay, da war er wieder, der Karel Gott. Schleift die Töne nicht an, sondern singt sie direkt." Das Ergebnis kann sich hören lassen. Doch bis Himpel zufrieden ist, wiederholen die Vocatellos Mal für Mal ihre Passage, bis jeder Sprung sitzt, jeder dynamischen Veränderung nachgespürt, Spannung aufgebaut wird. „Das ist ein viel feineres, anspruchsvolleres Arbeiten als im großen Chor, fasst Altistin Linda Dörrzapf zusammen.


Dort habe man, so Sopranistin Sanna Schneider, nur stur seine Stimme runtergesungen, ohne nach rechts und links zu hören. Wenn sich die Sänger sicher in der Literatur bewegen, kommt das Bonbon: die choreografische Ausgestaltung. Humorvoll und einfallsreich, gerne auch mit dem einen oder anderen Überraschungseffekt gestaltet Vocatello seine Auftritte. Bisher ist es bei Veranstaltungen als Showact aufgetreten und hat die Kandeler Hochzeitsmesse musikalisch umrahmt. Das große Ziel des Ensembles ist aber sein eigenes Konzert. Vocatello ist außerdem für Firmenfeiern, Hochzeiten und Partys buchbar. Kontaktieren kann man das Ensemble über www.vocatello.de .        (Die Rheinpfalz)

 

Ensemble-Beschreibung Vocatello Rheinpfalz
 

www.vocatello.de